Hohe Ehrung für Mutter Mechthild:Verleihung des Göttinger Friedenspreises

GöttingerFriedenspreis2021_16
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Der Göttinger Friedenspreis, der bereits zum 23. Mal vergeben wurde, ging 2021 zu gleichen Teilen an die Äbtissin M. Mechthild Thürmer, die Bewegung Seebrücke mit ihrer Kampagne „Sichere Häfen“ und den Marburger Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.
Datum:
Veröffentlicht: 17.9.21
Von:
Sr. Faustina

Die Preisträger wurden ausgezeichnet für ihr Engagement für sichere Fluchtwege und eine gesicherte Aufnahme von Menschen, die versuchen, aus lebensbedrohlichen Gewaltsituationen (Kriege und Bürgerkriege, Vertreibung, Folter, Verfolgung aus politischen, ethnischen, religiösen und anderen Gründen, existentielle wirtschaftliche Not) über das Mittelmeer und andere Routen nach Deutschland und in andere europäische Staaten zu gelangen und dort Aufnahme und Schutz zu finden.

Äbtissin M. Mechthild Thürmer ist angeklagt vor dem Amtsgericht Bamberg, weil sie in mehreren Fällen Flüchtigen in ihrer Abtei illegal Kirchenasyl gewährt haben soll, beispielsweise im Jahr 2018 einer Eritreerin, die nach Italien abgeschoben werden sollte. Die Staatsanwaltschaft wirft Thürmer Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt vor, das Amtsgericht droht der Äbtissin mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe. „Als Christin stehe ich in der Pflicht, Menschen in der Not beizustehen“, begründet Thürmer das von ihr gewährte Kirchenasyl. „Ich habe mir vorgestellt, dass Jesus das auch so gemacht hätte, um Menschen zu helfen, die Schutz suchen.“

Die öffentliche Verleihung fand am 11. September 2021 im Deutschen Theater Göttingen statt und wurde auch per Live-Stream übertragen und aufgezeichnet: DT-Intendant Erich Sidler begrüßte die Teilnehmerinnen, Teilnehmer und Gäste. Grußworte sprachen Prof. Dr. Sabine Hess, Migrationsforscherin an der Universität Göttingen, und der Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler. Die Laudatio hielt der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum. An die Preisverleihung durch den Jury-Vorsitzenden Andreas Zumach schlossen sich Beiträge der Preisträgerinnen und Preisträger an.