Geschichte

Feldarbeit

Die Landwirtschaft stellt einen traditionellen Arbeitsbereich unseres Klosters dar. Denn es heißt im 48. Kapitel der Regel Benedikts, dass „der Mönch von seiner Hände Arbeit leben soll“ (RB 48,8). Wir Schwestern haben bis 2005 unsere Landwirtschaft mit Acker, Grünland, Wald und Tierhaltung ausschließlich selbst bewirtschaftet. 

Bereits im Herbst 2000 stellten wir die Landwirtschaft auf das damals noch unbekannte „BIO“, den organisch-biologischen Landbau, um und schlossen uns dem Verband „Bioland“ an. Bis heute wird unser Betrieb jährlich nach diesen Richtlinien kontrolliert.

Seit 2005 leitet unser Verwalter mit seinen Kollegen den landwirtschaftlichen Betrieb. Unter Mithilfe der Schwestern und Auszubildenden wird seitdem der vielseitige Betrieb gestemmt. Die Spezialisierung und Expertise führte über die Jahre zu einer Weiterentwicklung des Betriebs: Aus dem Ackerbau mit Hühnerhaltung und Rindermast auf der Weide, verlagerten sich die Schwerpunkte in die Saatgutproduktion und den Gemüsebau mit Direktvermarktung.

Seit 2011 sind wir landwirtschaftlicher Demonstrationsbetrieb für Biointeressierte Landwirte und zeigen, wie gut die Umstellung auf die organisch-biologische Landwirtschaft gelingen kann.

Angesichts der  klimatischen Herausforderungen und der daraus resultierenden Trockenheit haben wir uns 2018 entschlossen, unsere Weide-Rinderhaltung aufzugeben. Weiterhin pflegen wir mit unseren Coburger Fuchsschafe, um die sich Sr. Bernadette kümmert, unsere Streuobstwiesen. In unserem Bio-Ackerbau bauen wir eine Vielzahl von Kulturen an, die unsere oberfränkische Landschaft bereichern. Kunden können unser Bio-Gemüse direkt vom Hof kaufen, vorrangig beliefern wir aber die Klosterküche. Mit einem weiteren Mitarbeiter im Jahr 2019 begannen wir den Aufbau einer regionalen Gemüsekiste für Kirchschletten, Zapfendorf und Umgebung.

Bittprozession 2021
Bittprozession 2021

Christliche Landwirtschaft

Nicht nur die Bewahrung der Natur und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Ressoucen macht unseren Klosterbetrieb aus. Wir glauben, dass Gott, der uns dies alles geschenkt hat, das Weltgeschehen direkt beeinflussen kann - so auch unser Wetter und die Ernte. Deshalb ist es Tradition, dass die (noch mobilen) Schwestern mit dem Hausgeistlichen in einer Bittprozessionen zum Feldkreuz laufen, um dort betend und singend Gottes Segen für die Landwirtschaftssaison zu erbitten. Das Kreuz steht am Ende der Felder, die direkt an die Abtei angrenzen und die am Ende des Bittganges  von unserem Hausgeistlichen mit der Kreuzreliquie gesegnet werden. Auch während des Jahres ist es Brauch, bei anhaltend ungünstigem Wetter nach der Mittagshore "Gott Vater schau auf deine Kinder" zu singen, bis sich vorteilhaftes Klima einstellt.