Ein Blick in die Klausur...

Die Klausur ist der Bereich, in dem sich nur die Schwestern aufhalten dürfen. Es ist eine ganz eigene Welt mit eigenen Strukturen, Idealen und Stille. Dieser besondere Rückzugsort, in dem jede Schwester ihre eigenen vier Wände (=Zelle, von lat. cella für Zimmer) besitzt, ermöglichen es uns jederzeit dem Alltag und der Außenwelt zu entfliehen und uns immer wieder neu ganz auf Gott auszurichten. Nur in der Stille ist Gottes leise Stimme hörbar - die Klausur bildet unsere äußere Rahmenbedingung dafür.

Waschschüssel
Waschschüssel

Minimalismus und Armut

Jeder Europäer besitzt im Durchschnitt 10.000 Dinge. Nichts davon können wir in den Himmel mitnehmen. Deshalb stellt sich die Frage: Was davon braucht man wirklich? Was ist nur Ballast? Was schadet vielleicht sogar meiner Beziehung zu Gott? Damit unser Herz frei wird, darf es sich an keine vergänglichen Besitztümer hängen. Unsere Zellen sind bewusst klein gehalten, damit schon die Raumgröße den Besitz bedingt. Auf 7-13 Quadratmetern Dinge anzuhäufen, die man nicht wirklich braucht, ist ziemlich schwierig wenn das Zimmer noch einigermaßen ordentlich aussehen soll. Unsere Novizin hat bei ihrer Wohnungsauflösung bewusst nach der KonMari-Methode ausgemistet und sogar während des Postulats noch viele Dinge gefunden, die sie nicht mehr brauchte...

Wer kennt nicht das Sprichwort aus Mt 10,25 "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt". Die Nachfolge Jesu geschieht schon immer in Armut und bewussten Entbehrungen - sonst ist sie nicht authentisch. Sie will Zeichen setzen gegen den Mainstream der Welt. Wie viele Kirchenkrisen wurden dadurch verursacht, dass der Klerus in Saus und Braus lebte und darüber den Kern des Evangeliums vergaß? Wir Schwestern haben uns ganz bewusst für das Einfachste vom Einfachen entschieden. Unser Leben soll andere zum Nachdenken bringen. Die Lavabo-Sets mit Waschschüssel, Krug und Zahnputzbecher in den Zellen der jüngeren Schwestern sind dafür ein echtes Statement. Dusch- und WC-Räume mit Waschbecken befinden sich jeweils in der Mitte des Wohnganges, sodass jede Schwester ihr Wasser für die Katzenwäsche am Morgen und zum Zähneputzen holen kann. Die Zeiten zum Duschen kann man problemlos untereinander absprechen, aktuell teilen sich jeweils 2 Schwestern eine Dusche (ähnlich wie in einer studentischen Wohngemeinschaft). Ältere Schwestern, deren Mobilität eingeschränkt ist und die eventuell noch pflegerische Unterstützung brauchen, haben sanitäre Anlagen im direkten Wohnbereich.

 

Werkstatt
Werkstatt

Low-Waste und Bio

Natürlich wäre es uns am liebsten, wenn wir ein "Zero-waste"-Kloster wären. Durch den Gästebetrieb ist es uns jedoch bisher nicht möglich völlig Müllfrei zu werden, da mit Gästen immer auch Abfall anfällt. Wir Schwestern bemühen uns so nachhaltig wie nur möglich zu leben und unsere Schöpfung nicht zu belasten. Deshalb wird bei uns restauriert, repariert (in unserer Werkstatt), geflickt und gestopft, Upcycling betrieben und die Produktions- und Logistikwege werden gründlich unter die Lupe genommen. Plastik wird vermieden wann immer es geht. Auch unsere Landwirtschaft arbeitet nach diesem Prinzip: Schöpfung bewahren statt ausbeuten! Nur der biologische Landbau ist langfristig gesehen mit unserem Glauben vereinbar. Selbst unsere Gemüsekisten werden völlig ohne Verpackungsmüll in Mehrwegkisten verkauft und sparen durch den Direktvertrieb lange Transportwege.

Wenn Sie Gast oder Kunde bei uns sind, unterstützen Sie uns, indem Sie z.B. im Laden auf Plastiktüten verzichten, Schaumstoffe und Verpackungen an uns zurückgeben und als Pilger ihr Lunchpaket in Dosen und Getränke in Trinkflaschen füllen... u.v.m.