Benediktusmedaille
Benediktusmedaille

Die Benediktusmedaille

Auf der Vorderseite ist das Bild des heiligen Benediktus eingeprägt, der in der rechten Hand ein Kreuz hält. In seiner linken Hand hält er die Ordensregel, der Krug symbolisiert den Giftbecher, mit dem der heilige Benediktus einst vergiftet werden sollte.

Rückseite
Rückseite

Die Inschriften:

Auf der Vorderseite der Medaille steht die lateinische Inschrift: "Eius in obitu nostro praesentia muniamur" - "Mögen wir bei unserem Sterben durch seine Gegenwart gestärkt werden". Deshalb ist der Hl. Benedikt auch Patron der Sterbenden. Klein geschrieben steht neben der Abbildung des Heiligen noch "Crux Sancti Patris Benedicti" - "Kreuz des heiligen Vaters Benediktus".

Auf der Rückseite ist das Benediktus-Kreuz dargestellt, über dem das Wort „PAX" - "Friede" steht, das ursprünglich aber auch ein Christusmonogramm bedeutete. Die vier Buchstaben rund um das Kreuz "C-S-P-B" sind die Abkürzung für Crux Sancti Patris Benedicti - "Kreuz des heiligen Vaters Benediktus". Auf den Balken des Kreuzes sind die Anfangsbuchstaben des kurzen Exorzismus, der im geistigen Kampf zur Abwehr des Bösen dient. Er setzt sich wie folgt zusammen:

  • Im Längsbalken: „CSSML" ("Crux Sancta Sit Mihi Lux") - "Das heilige Kreuz sei mir Licht".
  • Im Querbalken: „NDSMD" ("Non Draco Sit Mihi Dux") - "Der Drache sei mein Führer nicht".
  • Die 14 Buchstaben im Kreis um das Kreuz: V.R.S.N.S.M.V. -S.M.Q.L.I.V.B. bedeuten: "Vade retro satanas, numquam suade mihi vana. - Sunt mala quae libas, ipse venena bibas". - "Weiche zurück Satan und führe mich nicht zur Eitelkeit! Schlecht ist, was du mir einträufelst. Trinke selber dein Gift!"

Durch den Zeitgeist haben exorzistische Formeln fast völlig an Bedeutung verloren und sind nur noch aus Horrorfilmen bekannt. Wir Benediktinerinnen wissen jedoch, dass wir als kontemplativ-monastische Gemeinschaft an forderster Front des geistigen Kampfes stehen und unser Gebet beachtliche Wirkung haben kann. Deshalb beten wir auch nach der Komplet gemeinsam einen Exorzismus, der mit den Worten "Seht das Kreuz des Herrn! Fliehet ihr feindlichen Mächte! Gesiegt hat der Löwe von Juda aus Davids Stamm.." beginnt.

Medaille von 1741
Medaille von 1741

Die ursprüngliche Medaille

Was viele Menschen, die diese Medaille tragen nicht wissen: Die heutige im beuronischen Stil runde Medaille ist nicht die ursprüngliche Benediktusmedaille. Eine Bibelhandschrift des Klosters Metten aus dem Jahr 1414 (Bayerische Staatsbibliothek, Cod. Mon. Lat. 8201.) enthält die älteste Darstellung des Benediktuskreuzes.
Der Benediktinermönch Benno, Abt im Benediktinerstift Braunau bei Prag (heute im Rohr), gestaltete sie 1741 um. Von Papst Benedikt XIV. erhielt er die kirchliche Anerkennung dieser Medaille und einer speziellen Weiheformel, die bis heute nur von Benediktinerpatres vollzogen werden darf.
Allgemeine Verbreitung fand die Medaille insbesondere dadurch, dass 1880 im Zuge der 1400-Jahrfeier der Geburt Benedikts die Benediktusmedaille als Jubiläumsmedaille im runden, beuroner Stil geprägt wurde.